Bodenbeläge fair vergleichen: Materialpreis, Paketgröße, Verschnitt, Unterlage, Sockelleisten und Nutzung zusammendenken.
Kurzantwort
Vergleiche nicht nur den ausgeschilderten Quadratmeterpreis. Rechne reale Einkaufsmenge nach Paketen und Verschnitt, ergänze Unterlage, Sockelleisten, Profile und gegebenenfalls Klebstoff. Erst dann entsteht ein vergleichbarer Materialkorb.
Laminat
Laminat ist häufig paketweise erhältlich und wird schwimmend verlegt. Relevant sind Nutzungsklasse, Aufbauhöhe, Feuchteempfindlichkeit, Trittschallanforderungen und die benötigte Unterlage beziehungsweise integrierte Dämmung.
Vinyl
Bei Vinyl unterscheiden sich Klick- und Klebesysteme. Klebevinyl stellt höhere Anforderungen an einen ebenen Untergrund und benötigt Klebstoff; Klickprodukte haben einen anderen Aufbau. Deshalb darf ein reiner €/m²-Vergleich die Systemkosten nicht unterschlagen.
Parkett
Parkett kann höhere Materialkosten haben, bietet je nach Produkt aber andere Eigenschaften und Reparaturmöglichkeiten. Sortierung, Oberfläche, Nutzschicht und Verlegeart beeinflussen Preis und Zubehör.
Rechenbeispiel
20 m² Raumfläche mit 8 % Verschnitt ergeben 21,6 m² Bedarf. Enthält ein Paket 2,2 m², werden zehn Pakete beziehungsweise 22 m² gekauft. Für den Preisvergleich ist 22 m² × Paket-Einheitspreis relevanter als 20 m² × Regalpreis.
Zubehörkorb
Ergänze Sockelleisten nach Umfang, Übergangsprofile nach Türen, Unterlage/Dampfbremse nach System und bei Klebeprodukten Klebstoff beziehungsweise Grundierung. So wird aus drei Einzelpreisen ein fairer Projektvergleich.
Ein halbes Paket Rest ist nicht automatisch Verschwendung. Bei Klickbelägen kann ein ungeöffnetes Paket später Reparaturen ermöglichen. Bei verklebten Produkten ist die Lagerfähigkeit anders zu bewerten. BauKalko zeigt die Einkaufsmenge nach ganzen Paketen, damit dieser Unterschied nicht unsichtbar bleibt.
Restmaterial bewusst bewerten
Ein neuer Belag verändert Türhöhen, Übergänge und Anschlüsse. Besonders bei Renovierungen ist die Aufbauhöhe deshalb nicht nur Komfort-, sondern Planungsgröße. Ein günstiger Belag kann Zusatzarbeiten auslösen, wenn Türen gekürzt oder Profile geändert werden müssen.
Aufbauhöhe und Übergänge
Angenommen, Produkt A kostet 18 €/m² und enthält die Trittschallunterlage bereits. Produkt B kostet 15 €/m², benötigt aber zusätzlich eine Unterlage für 3 €/m². Produkt C kostet 28 €/m² und wird vollflächig verklebt, wofür Klebstoff und gegebenenfalls Grundierung dazukommen. Nur der Regalpreis würde B klar vorne sehen; der Systempreis kann dagegen deutlich näher zusammenliegen.