„Selbermachen ist billiger“ stimmt nur dann, wenn du ausschließlich die Handwerkerrechnung mit dem Materialeinkauf vergleichst. Für eine faire Entscheidung gehören auch Werkzeug, Zeit, Lernaufwand, Fehlerfolgen und sicherheitsrelevante Grenzen in die Betrachtung.
1. Zwei Szenarien mit gleichem Ergebnis vergleichen
Definiere zuerst denselben Leistungsumfang. Wenn das Fachangebot Untergrundvorbereitung und Entsorgung enthält, dein DIY-Szenario aber nur das sichtbare Material, sind die Summen nicht vergleichbar.
2. DIY-Kosten vollständig aufbauen
- Material und Nebenmaterial
- Lieferung/Fahrten
- Werkzeugkauf oder Miete
- Verbrauchswerkzeuge
- Entsorgung
- mögliche Nacharbeit
- eigene verfügbare Zeit
Die eigene Zeit muss nicht zwingend mit einem Euro-Stundensatz bewertet werden. Sie sollte aber als echte Ressource sichtbar sein.
3. Fachangebot in Bestandteile zerlegen
Wenn Stunden, Stundensatz oder Pauschalen bekannt sind, kannst du sie im Arbeitskosten-Rechner als Szenario darstellen. Das Ziel ist Transparenz, nicht die Behauptung, ein bestimmter Stundensatz sei „normal“.
4. Fehlerfolgen sind nicht bei jedem Gewerk gleich
Eine sichtbare Unsauberkeit beim Streichen ist etwas anderes als ein Fehler an Elektrik, Gas, Abdichtung, tragenden Bauteilen oder Brandschutz. Je höher Sicherheits- und Folgerisiko, desto weniger sinnvoll ist eine rein finanzielle DIY-Entscheidung.
5. Werkzeug und Erfahrung beeinflussen die Rechnung
Wer passendes Werkzeug besitzt und eine Tätigkeit beherrscht, startet mit anderen Voraussetzungen als jemand, der alles neu kaufen und lernen muss. Deshalb sollte BauKalko keine universelle „DIY spart X Prozent“-Zahl ausgeben.
6. Mischmodelle sind oft interessanter als entweder/oder
Manche Projekte lassen sich sinnvoll aufteilen: Räumen, Abdecken, Materiallogistik oder einfache Vorarbeiten in Eigenleistung; technisch kritische oder spezialisierte Arbeiten durch Fachbetriebe. Welche Aufteilung zulässig und sinnvoll ist, hängt vom Projekt ab.
7. Entscheidungs-Matrix
| Frage | Spricht eher für DIY | Spricht eher für Fachbetrieb |
|---|---|---|
| Sicherheitsrisiko | gering und überschaubar | hoch / fachlich geregelt |
| Werkzeug | vorhanden | Spezialgerät nötig |
| Erfahrung | vergleichbare Arbeit bereits gemacht | komplett neuer, kritischer Aufbau |
| Fehlerfolge | leicht korrigierbar | teuer / verdeckt / folgenschwer |
| Zeit | ausreichend | enger Termin / Abhängigkeiten |
8. Budgetvergleich in BauKalko
Lege im Kostenplaner zwei Varianten an oder exportiere ein Szenario als CSV: DIY mit vollständiger Material-/Werkzeugliste und Fachbetrieb mit Angebotspositionen. So entscheidest du auf Basis desselben Projektumfangs.